Öblarner Kupferweg

 

Montanhistorische Tagung 10. Juli 2004

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Hochkarätig besetzte Bergbaufachtagung in Öblarn

 

Am 10. Juli 2004 wurde in Öblarn eine montanhistorische Fachtagung über den Bergbau in der Walchen abgehalten. Der Montanhistorische Verein für Österreich (MHVÖ) und der Bergbauverein Öblarn (BBVÖ) hatten dazu eingeladen, 70 Teilnehmer aus Österreich und Deutschland waren der Einladung gefolgt. Namhafte Referenten und eine Reihe bekannter Namen unter den Zuhörern sind ein Hinweis auf die große Bedeutung des einstigen Kupfer- und Schwefelkiesbergbaues im Walchental.

Während der gesamten Tagung oder zumindest für einen Teil anwesend waren u. a. LH-Stv. Dipl.-Ing. Leopold Schöggl, selbst Montanist, der Leiter der Montanbehörde Süd im Wirtschaftsministerium Min.-Rat Dipl.-Ing. Mag. Dr. Volker Schabernak, der Leiter der politischen Expositur Gröbming HR Dr. Florian Waldner, der Öblarner Bürgermeister Anton Knerzl und der Vizepräsident des MHVÖ Prof. Dr. Herbert Hiebler, weiters noch eine Reihe von Professoren der Montanuniversität Leoben. Sie folgten gemeinsam mit den „Laien“ aufmerksam den Fachvorträgen.

Dipl.-Ing. Karl Herbert Kassl vom Technischen Büro für Bergwesen in Labientschach in Kärnten referierte über den Thaddäus-Stollen als Besucherbergwerk. Mit besonderer Spannung verfolgten die Zuhörer den Vortrag von Prof. Dr. Ing. Hans Jörg Köstler aus Fohnsdorf, der den Schwefelofen in der Walchen als montangeschichtliche Kostbarkeit darstellte. Dieser Röststadel zur Entschwefelung der Walchener Erze aus dem 17. Jahrhundert ist in seiner Größe und Form weltweit einzigartig. Wie komplex, aufwändig, arbeits- und energieintensiv die Schmelz- und Hüttenprozesse in der Walchen vom 15. bis ins 19. Jahrhundert waren wurde im Vortrag von Dipl.-Ing. Jörg Wallner vom Institut für Nichteisenmetallurgie an der Montanuniversität Leoben verdeutlicht. Dabei wurde auch auf die verheerenden Auswirkungen für die Umwelt hingewiesen. Das Walchental war durch die Dämpfe aus den Schmelzhütten arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Mag. Herwig Bachler, stellvertretender Obmann des BBVÖ zeigte in beeindruckenden Grafiken und Animationen die erdgeschichtliche Entwicklung und die geologischen Besonderheiten den Walchentales.

Bei der anschließenden Befahrung des Öblarner Kupferweges, dem montanhistorischen Schaupfad im Walchental, konnten sich die Tagungsteilnehmer an Ort und Stelle ein Bild von dem machen, was sie in den Vorträgen gehört hatten. Sie waren durchwegs beeindruckt von der großen Ausdehnung der montanhistorischen Anlagen und von der enormen Arbeitsleistung, die der BBVÖ in den vergangenen sechs Jahren zu deren Rettung und Revitalisierung aufgebracht hat.

Auf Einladung von Bürgermeister Knerzl wurden die zum Teil weit angereisten Tagungsteilnehmer abschließend an einem heimischen Büffet verwöhnt. Knerzl dankte den Vertretern des Montanhistorischen Vereines, dass sie Öblarn als Tagungsort gewählt hatten. Prof. Dr. Herbert Hiebler, Vizepräsident des MHVÖ dankte dem BBVÖ für seine großartige Arbeit, sagte weiterhin alle mögliche Unterstützung zu und drückte seine Hoffnung aus, dass es in Öblarn auch zukünftig ähnliche Tagungen geben wird. Günther Dembski, Obmann des BBVÖ, erst kürzlich für seine Bemühungen um die Erhaltung der Zeugen der Walchener Bergbauvergangenheit mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet, dankte allen für die gute Zusammenarbeit und bat alle Teilnehmer, den Öblarner Kupferweg noch mehr bekannt zu machen.

 

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(Alle Fotos: Karl Edegger, Bergbauverein Öblarn; Rechte zur weiteren Verwendung einholen: info@kupferweg.at )

Beim Silbertreibherd

Im Schmelzofenareal

Im Schmelzofenareal

Im Schwefelofen

Im Schwefelofen

Fachsimpeln

Bauernbuffet

Dankesrede

Dankesrede

 

Abschied

 

 

Grußworte zur Fachtagung Öblarn

Der Bergbauverein Öblarn hat trotz seines kurzen Bestandes beachtliche Leistungen für die montangeschichtliche Forschung  in Österreich aufzuweisen. Gut habe ich noch die ersten Rodungsarbeiten im Bereich der Schmelzhütte und den winterlichen Besuch des Thaddäusstollens in Erinnerung. Persönlich bin ich an dem in Öblarn ausgeübten Seigerhüttenprozess interessiert und ich hoffe, dass auch die Herausgabe des "Hausbüchls der Stampferin" in der geplanten Form, nach Abstimmung mit den Nachkommen, bald beginnen kann.

Mit berechtigtem  Stolz kann der Verein nun auf eine montanistische Sehenswürdigkeit ersten Ranges hinweisen, nicht nur die Schmelz-Metallurgie ist durch die restaurierten Ofenreste  belegbar, als Besonderheit muss der Treibherd gelten, ein Unikat für Mitteleuropa, das auch die Silbermetallurgie des nahen Schladming gut ergänzt, und die Fachtagung wird helfen, weitere wissenschaftliche Fragen zu klären und neue Fragen aufzuwerfen.
Leider bin ich durch eine lange vorbereitete Teilnahme an einer Tagung in Sopron  mit einem Vortrag über die "Europäische Eisenstrasse" und ihre Urgeschichte in den Alpen am persönlichen Besuch der Tagung verhindert, möchte aber auf diesem Wege den Initiatoren, vor allem Herrn Dembski und Prof. Köstler herzlich für ihre Mühe danken und wünsche einen guten, interessanten Verlauf.

Gück auf

Ihr Gerhard Sperl, Präsident des MHVÖ