|
Öblarner Kupferweg |
|
|
Schwefelofen bzw. "Röststadel"
Home Nach oben Geschichte Walchenherrgott Steinkeller Schmelzanlagen Silbertreibherd Stampferhaus Bergbau Anfahrtsstube
Bilder von den Restaurierungsarbeiten
Das "HANDBUCH DER metallurgischen Hüttenkunde", (Bruno Kerl, Freiberg-Verlag von J. G. Engelhardt, 1855) erwähnt im 2. Band den Röstofen zur Entschwefelung der Erze in der Öblarner Walchen. In diesem Buch wird auch der Röstvorgang beschrieben:
"... das beim Rösten äusserlich gebildete Kupferoxyd [wird] durch das Schwefeleisen der nach dem Innern damit in Verbindung befindlichen Kupferkiesschicht in Schwefelkupfer verwandelt [...], welches dann von dem zerlegten Kupferkies herrührenden Schwefelkupfer aufgenommen wird. So wie nun die Röstung durch die beständige Einwirkung der Hitze von Aussen nach Innen fortschreitet, findet auch die Zerlegung des Kupferoxyds durch das Schwefeleisen und in Folge dessen eine Wanderung des Kupfers nach dem Innern des Stückes zu statt. Werther meint, dass sich beim Rösten von Erzstücken zunächst das Schwefeleisen oxydiere, während das Schwefelkupfer mit einem Theil Schwefeleisen zum Schmelzen komme, durch die poröse Kruste hindurch sickere, auf ihrem Wege beim Zusammentreffen mit schon oxydiertem Kupfer dieses wieder schwefele und sich auf diese Weise der Kupfergehalt anreichere. Das Rösten der Erze geschieht: 1) in freien Haufen [...] 2) in bedachten oder unbedachten Stadeln [...]. Dieselben werden in der Regel bei kupferreicheren und schwefelärmeren Erzen behuf besserer Leitung des Luftzutritts zum Röstgute und zur Abhaltung der schädlichen atmosphärischen Einflüsse angewandt. [...] Zuweilen liegen, wie bei den steiermärkischen Stadeln, zur Seite der Stadeln Schwefelfänge [...], (Mühlbach im Salzburgischen, Oeblarn in Steiermark, Agordo in den venetianischen Alpen)."
Soweit der Auszug aus dem Handbuch von 1855. Darin ist eine Zeichnung vom "Röststadel mit Schwefelfang zu Oeblarn" abgebildet:
Im Sommer 2003 wurden Teile des imposanten Schwefelofens freigelegt und wieder aufgebaut. Dabei wurde festgestellt, dass am Beginn des 20. Jahrhunderts (ca. 1905) ein neuer Fluter quer durch den damals nicht mehr verwendeten "Röststadel" gebaut worden war.
ImSommer 2004 wurde der vordere restaurierte Teil des Ofens mit einem Holzdach zum Schutz der Anlage versehen. Mit diesem Dach gibt der Ofen ein schönes Gesamtbild.
Bilder von den Restaurierungsarbeiten (Zum Vergrößern Bild anklicken!)
Dach für den Schwefelofen (August bis Oktober 2004, Fotos: Günther Dembski)
Weitere Bilder vom Öblarner Kupferweg >>> Zurück zum Seitenanfang Nächste Seite |