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Öblarner Kupferweg |
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Silbertreibherd
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In
der Zeit vom 5 Erstmals
in Österreich konnte dabei ein neuzeitlicher Silbertreibherd freigelegt und
dokumentiert werden. Günther Dembski, Obmann des Bergbauvereines
Öblarn, war bereits vor der Ausgrabung aufgrund einiger Indizien davon überzeugt,
dass es sich bei diesem Objekt um einen Silbertreibherd handeln muss, was
nunmehr bestätigt werden konnte. Der Herd ist trotz einiger rezenter Störungen
in seiner Substanz noch sehr gut erhalten, so dass wichtige technische Details,
wie Form und Aufbau des Objektes, die Lage der Kanäle für die Luftzufuhr etc.
zu erkennen sind. Daneben geben verschluckte Ofenziegel und Reste der Schmelze
an der Ofenwand in Originallage wichtige Hinweise auf die Art des
metallurgischen Prozesses. Der Treibherd von 3,6 m Durchmesser ist fast kreisrund, nur im Südwesten geradlinig begrenzt, da hier eine rechteckige Struktur (= Flammofen?) angebaut ist - beide Teile sind in einem Zug errichtet worden und somit zeitgleich. Die Fundamente und das Aufgehende der Außenmauern bestehen aus gemörteltem Bruchsteinmauerwerk mit etlichen Ziegeln und einigen behauenen Blöcken, deren konvexe Außenkante dem Radius des Herdes entspricht. Übergroße Mauerziegel wurden an der Trennwand zwischen Treibherd und Flammofen verbaut - einige tragen den Stempel der Ziegelei "de Conte IN W. NEUSTADT". An der Basis des Treibherdes verlaufen zwei sich rechtwinkelig schneidende ca. 30 cm breite Kanäle zur Belüftung, die in Gewölbetechnik aus kleinen Mauerziegeln errichtet worden sind. Der Oberbau besteht aus einer gemörtelten leicht geneigten Plattenlage, die auf einer Schlackeschicht liegt, die wahrscheinlich zum Zweck der Isolierung und Wärmespeicherung eingebracht worden ist. Auf der Außenmauer des Herdes und der Plattenlage liegen sechs radial angeordnete Kanäle von 12 bis 16 cm Breite, die von vermörtelten Ziegelreihen gebildet werden; ein weiterer im Südwesten endet an der Trennwand des Flammofens. Darauf
lag wahrscheinlich eine feuerfeste Stein- oder Kupferplatte, von der keine Reste
mehr vorhanden sind. Im Nordwesten und Nordosten befindet sich je eine als
Mischmauerwerk (vermörtelte Bruchsteine und Ziegel) errichtete schräge Rinne,
die mit einer in die Außenmauer gehauenen Abschrägung korrespondiert - es
handelt sich um die Auslassöffnungen zum Abziehen der Bleiglätte. Nach
der traditionellen Bauform der Silbertreiböfen im Ennstal und einer
schriftlichen Nachricht aus der Spätphase des Betriebes in der Walchen (Steinlechner
1897) kann erwartet werden, dass unser Silbertreibofen einen eisernen Treibehut
besaß.1) Möglicherweise befinden sich unter den zahlreichen geborgenen
Eisenfunden einige Teile, die diese Ansicht untermauern können.
(Zwischenbericht von Dr. Gerald Fuchs, Archäologie & Geodaten Service, Graz)
Ausführliche Beschreibung des Silbertreibherdes und des sog. "Silbertreibens".
1) Anmerkung: Der Treibhut für den Silbertreibherd wurde im Juni 2002 rekonstruiert! Im Herbst 2001 wurde der gesamte Treibherd nach historischen Zeichnungen überdacht, um ihn vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen. Somit wurde ein dem Original sehr ähnlicher Zustand wieder hergestellt. (siehe Bild oben rechts)
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